Wie suche ich mir eine DSLR-Kamera aus?

Schon lange, sehr lange wünsche ich mir eine DSLR-Kamera. Viele lange Jahre. Und als es endlich soweit war, stand die Frage im Raum: welche sollte es denn werden? Welche ist schlicht und einfach die beste, die noch in mein Budget passen würde? Welche ist am besten für meine Bedürfnisse? Was für Funktionen brauche ich überhaupt?

Mit diesen Fragen schlug ich mich die letzten Wochen rum, und nun, um einige Erfahrungen reicher, lass ich euch, oder zumindest diejenigen, die überlegen, sich eine DSLR zu kaufen, davon profitieren. Zuerst muss eins gesagt werden: eine eindeutige Lösung gibt es nicht. Deswegen schreibe ich hier lediglich ein Paar Denkanstöße auf, eine Entscheidung müsst ihr natürlich selbst treffen :)

  • Zuerst muss man sich über das verfügbare Budget klar werden: DSLRs gibt es in allen möglichen Preisklassen, von (relativ) günstig bis oberirdisch teuer. Von Einsteiger bis Profi eben. Hat man eine Preisspanne bzw. Preisklasse festgelegt, kann man weiterschauen.
  • Noch ein Tipp, das Budget betreffend: denkt daran, weniger Geld in den Body stecken, mehr in die Objektive. Zwar reicht ein Standardkitobjektiv fürs erste aus, aber sehr bald werdet ihr feststellen, dass eines nicht genug ist (und das Kitobjektiv nicht so das beste ist), und ihr doch ein Paar mehr braucht. Und gute Objektive sind teuer. Bedenkt ausserdem, dass ihr ausser der Kamera selbst und den Objektiven noch weiteres Zubehör braucht, wie z.B. Tragetasche, Stativ, Fernauslöser, externer Blitz etc.
  • Was den Hersteller angeht, werdet ihr schnell ganz gegensätzliche Meinungen hören, welcher denn besser ist. Die Warhheit ist wohl, dass sie als Konkurrenten alle nicht schlecht sind. Sobald einer ein etwas besseres/fortgeschrittenes Modell rausbringt, legt der andere nach. So bleibt das Niveau hoch. Wenn ihr allerdings bereits Objektive (auch ältere, z.B. von analogen Kameras) und anderes Kamerazubehör von einem bestimmten Hersteller besitzt oder auch fotografierende Familienmitglieder und Freunde habt, die bereit wären, euch mal Objektive auszuleihen, dann lohnt es sich sich eben auch die Kamera von einem gewissen Hersteller zu kaufen. Ansonsten einfach darauf achten, dass euer Hersteller eine Auswahl an Objektiven und Zubehör hat (ist aber meistens gegeben), die aber nicht zu überteuert sind.
  • Zur ersten Orientierung ist Onkel Google ganz hilfreich. Einfach „DSLR Kameras bis XY Euro“ eingeben, und einen ersten Überblick bekommen. Amazon ist auch eine weitere Möglichkeit, eine Überblick zu bekommen. In die erweiterte Suche können die Preisspanne, und evtl. ein Hersteller eingegeben werden.
  • Die Größes des Sensors ist das, was die hohe Bildqualität der Kamera ausmacht. Je größer desto besser also. Die Vollformat-Kameras mit den größeren Sensoren sind dementsprechend teuer.
  • Die Anzahl an Megapixeln ist dagegen gar nicht so wichtig, wie es oft behauptet wird. Denn eine Kamera mit viel Megapixeln macht nicht zwingend tolle Bilder! Für die meisten Anwendungen reichen schon 10 Megapixel locker aus. Nur wenn ihr eine Fototapete oder eben riesige Poster aus euren Bildern drucken wollt oder extrem zuschneiden wollt, dann auf eine höhere Anzahl an Megapixeln achten.
  • Vor allem falls ihr ältere Objektive ohne Bildstabilisator habt/verwenden wollt,achtet darauf, dass die Kamera einen eingebaut hat, Ansonsten ist es nicht so wichtig (schadet aber trotzdem nicht), da so ziemlich alle modernen Objektive einen Bildstabilisatur eingebaut haben.
  • Ebenfalls ein eventuell wichtiges Kriterium: die Geschwindigkeit. Wer Sportaufnahmen, wuselnde Tiere und laufende Kinder, kurz alles, was sich schnell bewegt, fotografieren will, sollte darauf achten, sich eine möglichst schnelle Kamera zu kaufen.
  • Die Videofunktion kann auch ein Entscheidungskriterium sein. Alle modernen DSLR-Kameras haben auch eine Videofunktion mit an Bord, auch wenn sie primär natürlich für Fotos da sind. Wer aber auch Videos nebenbei drehen möchte, sollte auf gute Videofunktionen, einen Mikrofonanschluss für besseren Ton und evtl. einen klappbaren Bildschirm haben, der soll für Video und manchmal auch Fotos ganz praktisch sein.
  • Für blutige Anfänger ist es ganz praktisch, wenn ein Guide in der Kamera eingebaut ist, dass überall kleine Erklärungen zu verschiedenen Motiven kommen, Einstellungshinweise usw. Nicht zwingend notwendig, wenn man bereit ist, ein wenig Zeit fürs Erlernen der Kamerafunktionen zu investieren.
  • Und der letzte, aber dennoch sehr wichtige Tipp: geht in den Laden und fasst eure Favoriten an! Denn die Haptik wird oft überschätzt. Eine Kamera muss gut in der Hand liegen! Einige mögen eher kleinere Kameras, einige eher massivere Modelle. Und das könnt ihr nur durch Ausprobieren erfahren. Ausserdem wird so klar, welche Kamera euch von der Bedienung am besten passt, wie gut ihr Knöpfe erreicht etc. Probiert aus, mit welcher Kamera ihr am besten umgehen könnt. Schaut eben, welche euch traurig anguckt, und zuflüstert „Nimm mich mit nach Hause!“ Die ist es dann wohl. Es muss eben passen!

Soweit die Tipps, die mir geholfen haben. Ich bin natürlich kein Profi, also wenn etwas wichtiges fehlt, oder ihr einen Fehler entdeckt habt, sagt Bescheid ;> Demnächst stelle ich ein Paar Favoriten vor und auch meine Kamera, mit ersten Testfotos :) ich hoffe, ich konnte jemandem helfen und euch hat die kleine Tippsammlung gefallen :)

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7 Kommentare

  1. Gut beschrieben!
    Ich bin ähnlich wie du damals an meine Kamersuche herangegangen. Sehr gut, dass du erwähnt hast, dass die MP Anzahl total unwichtig ist! Entscheidend ist wie du sagtest der Sensor. Ist er mikrig, die MP Zahl aber der hoch, dann werden die Pixel einfach „hochgerechnet“. Also das, was der Sensor aufnehmen kann, liegt dann weit unter der MP Angabe. Und die Differenz wird dann „aufgestockt“. Das heißt, dass die Bildqualität richtig mies ist, wenn man auf die 100% Ansicht geht. (so versteh ich die Technik)

    Auch gut und wichtig, dass du beschrieben hast, dass das Objektiv das Entscheidende an einer Kamera ist. Leider habe ich mir bis jetzt nur das Kit-Objektiv gönnen können : Aber bald kommt eines mit Festbrennweite und ein Teleobjektiv dazu… zumindest ist das geplant^^

    Mit der Videofunktion… ich bin der Meinung, dass eine Foto-Kamera auch nur für Fotos da sein sollte. Möchte man professionelle Videos machen, sollte man sich eine Videokamera kaufen. Sonst wird man nicht glücklich. Und wenn man „zwischendurch“ Videos machen will, reicht locker eine kompakte Kamera aus. Daher.. ist so ne Sache. Nicht, dass die Fotofunktionen unter der Videofunktion leidet… dann sollte lieber mehr an der Fotografie entwickelt werden als weiter in den Video-Bereich zu gehen. Also finde ich. Aber ist ja Geschmackssache, wie du auch sagtest.

    Und die Marke… ist denke ich nur glaubenssache. Qualitativ tut sich da denke ich nicht viel. Die einen sind eben Nikon-Fans, die anderen Canon-Anhänger, und möchte seiner Marke ja treu bleiben (als Beispiel). Ich habe meine Canon EOS 450D im Jahr 2009 gekauft und bin bis heute zufrieden. Okay, das 18-55 mm Objektiv ist nicht der Burner, aber noch reicht es, wobei ich die Grenzen schon gespürt habe…
    Aufgrund meiner Spiegelreflex habe ich mir sogar auch eine kompakte dieser Marke geholt.

    Aber nun gut. Ich bin auf die ersten Fotos gespannt!

    Liebe Grüße und frohes „Knipsen“ :)
    Isabel

  2. Deine Tipps find ich sehr gut!
    Würde mir auch helfen wenn ich ganz frisch auf der Suche nach ner Kamera wäre. Einfach gut zusammengefasst und mir fällts nichts zum hinzufügen ein. Wenn man die Kamera dann hat kommt der Rest :P

    Ich finde das wichtigste ist das mit den Objektiven. Ich kenne ein Mädel und sie hat eine Kamera von Pentax und im vergleich zu Canon oder Nikon gibt es so unglaublich wenig Auswahl bei den Objektiven. Auch wenn diese dann vielleicht günstiger sind als Canon Objektive. Die Auswahl macht die Sache schon schön.

    Freu mich auf deine weiteren Beiträge dazu :)

  3. ich habe so was ja zum glück schon hinter mir, aber ich gehöre auch zu denjenigen, die sich immer nicht richtig entscheiden können… das ist dann immer leicht schwierig, bis man dann mal wirklich was kauft. ^^

  4. Ich überlege auch schon seit Ewigkeiten mir so ein „teures“ Teil zuzulegen. Aber ich kenn mich diesbezüglich einfach null aus und wenn ich jetzt deinen Artikel so lese, versteh ich das meiste eh nicht xD Na ja, mein Freund hat zu Weihnachten eine sehr gute (und teure) Lumix bekommen. Die genügt eigentlich (bisher) vollkommen für meine Outfit und Freizeit Bilder :p (Sie ist öfters bei mir als bei ihm xD“)

  5. Oh ja, die Objektive! Ich habe momentan auch nur noch das Standardobjektiv, aber ich will mir auf jeden Fall noch ein zweites holen. Aber leider sind die Dinger ja beinahe so teuer wie die Kamera selbst!

  6. Haha, der Vogel sieht total bescheuert aus an ihm – wirkt irgendwie schwul. Aber es war ja auch nur ein Witz :) Auch wenn ich ihm zutrauen würde, dass er sich wirklich sowas stechen lässt :D

  7. Das trifft sich ja wunderbar, dass ich gerade auf deinen Blog gestoßen bin^^ Bin nämlich gerade auf der Suche, nach der richtigen DSLR für mich und bin noch ziemlich ratlos… Also danke für den Beitrag!!

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